Namibia - Information

Die Republik Namibia ist ein Staat im südlichen Afrika. Der Name des Staates leitet sich von der Wüste Namib ab, die den gesamten Küstenraum des Landes einnimmt. In Namibia wird vielfach noch von „Südwest“ als Kürzel für Südwestafrika (ehemals Deutsch-Südwestafrika) gesprochen, ein Begriff, der bei den Einwohnern - je nach Hautfarbe sowie politischer und geschichtlicher Prägung - sehr unterschiedliche Assoziationen hervorruft.
Geschichte Namibias
Die trockenen Landstriche Südwestafrikas sind schon seit vielen tausend Jahren Lebensraum und Heimat für die Völker der San (Buschmänner) und Damara. Europäer (portugiesische Seefahrer) entdeckten das Land erstmals im 15. Jahrhundert. Erst im 19. Jahrhundert setzte eine starke Zuwanderung europäischer Siedler ein. Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 kam das Land mit Ausnahme der Walvis Bay, welche unter britischem Einfluss blieb, unter die Herrschaft des Kaiserreiches und wurde zur Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Im ersten Weltkrieg wurde das Land von den britischen Truppen Südafrikas eingenommen und mit dem Ende des Krieges vom Völkerbund 1920 als Mandatsgebiet der Südafrikanischen Union zur Verwaltung übergeben. Diese hielt das Land bis zu seiner Unabhängigkeit am 21. März 1990 trotz intensiver internationaler Bemühungen und einem Jahrzehnte andauernden bewaffneten Kampf gegen die 1960 gegründete SWAPO besetzt.
Seit 1990 ist Namibia nach mehr als 100-jähriger Fremdbestimmung ein unabhängiger demokratischer Staat.
Geographie
Das gesamte Staatsgebiet Namibias umfasst ca. 824.292 km² und ist damit mehr als zweimal so groß wie Deutschland. Im Wesentlichen wird Namibia durch zwei Wüsten geprägt: im Westen durch die von der Kapprovinz bis weit nach Angola hineinreichende Namib und im Osten durch die Kalahari. Zwischen beiden Wüsten liegt das durchschnittlich 1.700 m hohe, um die Hauptstadt Windhoek herum auch das die 2.000-Meter-Marke überschreitende Binnenhochland. Der höchste Berg jedoch – der rund 2.600 m hohe Königstein im Brandbergmassiv – liegt nahe der Küste, ca. 200 km nördlich der Küstenstadt Swakopmund. Im Osten geht das Binnenhochland allmählich in das rund 1.200 m hoch gelegene, von Trockenvegetation bedeckte Kalahari-Hochland über.
Klima
Das durchschnittliche Klima Namibias lässt sich kurz und knapp als heiß und trocken umschreiben. Das weitestgehend aride Klima ist subtropisch kontinental.

Wirtschaft Namibias
Etwa 20 % des Bruttonationalprodukts (BNE) von Namibia wird vom Bergbau erwirtschaftet. Rohstoffe Namibias sind vor allem Uran und Diamanten, daneben werden auch große Mengen Kupfer, Gold, Blei, Zinn und Erdgas gefördert. Berühmt ist das Diamantensperrgebiet um Lüderitz. Die größte Uranmine der Welt ist die Rössing-Mine nordöstlich von Swakopmund. Ein bedeutendes Kupfervorkommen befindet sich bei Tsumeb und die ehemals weltgrößte Zinnmine befand sich in Uis.
Obwohl Namibia zu den reicheren Ländern Afrikas zählt, ist Namibias Wirtschaft auch gekennzeichnet durch eine hohe Arbeitslosigkeit (etwa 30 bis 40 %) und niedrige Löhne: Das monatliche Pro-Kopf-Einkommen liegt lediglich bei etwa 120 Euro – allerdings mit einer beträchtlichen Schwankungsbreite. Aufgrund der niedrigen Löhne einerseits und der sehr unvollkommenen steuerlichen Erfassung des Einkommens andererseits zahlten 2004 nur ca. 64 000 Einwohner Namibias Steuern.

Tourismus
Die Größe des Landes, seine vielfältigen Landschaftsformen und sein Tierreichtum haben Südwest-Afrika bereits in den 1950er Jahren zu einem interessanten Reisegebiet werden lassen Namibia hat ausgebaute internationale Flugverbindungen, ein bedarfsgerechtes Straßennetz. Deutsche Touristen empfinden es meist als sehr angenehm in Namibia auch mit Deutsch verstanden zu werden. Auch die gleiche Zeitzone zwischen Deutschland und Namibia kann als Vorteil bewertet werden.
Politisches System Namibias
Namibia ist seit 1990 eine Republik mit einem semipräsidentiellen Regierungssystem. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, der alle fünf Jahre neu gewählt wird. Die Regierung besteht aus einem Premierminister, der zusammen mit dem Kabinett vom Präsidenten ernannt wird. Das Parlament besteht aus zwei Kammern. Die eine Kammer ist der Nationalrat mit 26 Sitzen.
Die Nationalversammlung ist das Legislativorgang, das heißt Gesetze können nur von ihr erlassen werden. Das höchste Gericht Namibias ist der Oberste Gerichtshof, dessen Richter vom Präsidenten eingesetzt werden.
Demographie Namibias
Namibia ist extrem dünn besiedelt. Nach der Mongolei ist Namibia das Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte weltweit. Auf jeden Quadratkilometer Landesfläche kommen weniger als 2,4 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 226. Die Bevölkerung verteilt sich zudem sehr ungleichmäßig. Sie ist konzentriert auf wenige Städte und den fruchtbaren Norden des Landes. Aufgrund der mehr oder minder willkürlichen Grenzziehung durch die ehemaligen Kolonialmächte - quer durch ehemalige Stammesgebiete hindurch sowie durch zahlreiche starke Wanderungsbewegungen im 19. und 20. Jahrhundert - ist Namibia zu einem typischen Vielvölkerstaat geworden. Es sind die verschiedensten ethnischen Gruppen ansässig.
Knapp fünf Prozent der Einwohner Namibias stellen Weiße. Davon sind mit 75.000 die Afrikaaner, oder auch Buren, in der Mehrheit. Etwa 20.000 sind deutschstämmige Siedler, sowohl Nachfahren der Deutschen aus der Kolonialzeit als auch Auswanderer, die erst seit relativ kurzer Zeit in Namibia leben und von den Deutsch-Namibiern zwecks Unterscheidung Deutschländer, also Deutsche aus Deutschland, genannt werden. Die Vielfältigkeit der Bevölkerung spiegelt sich auch in den gesprochenen Sprachen wieder. Es gibt mit den Bantu-Sprachen, den Khoisan-Sprachen und den indogermanischen Sprachen drei große Sprachgruppen mit über 30 Dialekten. Die Bantu- und Khoisan-Sprachen sind die traditionellen Stammessprachen der Ovambo, Otjiherero, Herero, Himba, Nama, San und der Damara.
1990 wurde Englisch alleinige Amtssprache, wobei alle anderen im Land gesprochenen Sprachen anerkannt sind und von der Regierung als kulturelles Erbe gefördert werden.
Infolge der Missionierung während der Kolonialzeit sind mehr als vier Fünftel der Namibier Christen, womit das Land deutlich über dem afrikanischen Durchschnitt liegt.